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 English Version

Mastrutschersystem von Antal

Teststatus

Start am 01.10.2009 - Testende 01.10.2012

Produktname und Preis:

Antal HS24.50 Full Button System
Der Preis variiert hier natürlich abhängig von der Yachtgröße, es sind wohl ca. 3.000 € für ein mittleres System zu investieren.

Hersteller:


Antal - Italien

Händler:


Arkomare

Einsatzbereich:

Das Mastrutschersystem ist notwendig um die Kräfte zu bewältigen und sicher zu verteilen, die durch das 56qm große gelattete Großsegel der Mupfel auf die Mastnut wirken.

Das Vorliek des Großsegels soll auf der Mastschiene in möglichst geringen Abstand zum Mast sauber gespannt den Wind optimal in das Segel leiten.

Darüber hinaus ist es natürlich dafür zuständig, das sich das Segel leicht und möglichst reibungslos hissen oder bergen lässt.

Kaufmotivation

Wer die optimale Leistung sucht oder einen Katamaran sein eigen nennt, der wird sich für ein gelattetes Großsegel entscheiden. Um ein solches Segel zu hissen, braucht es jedoch mehr als einige Rutscher in der Mastnut, denn an den Befestigungspunkten treten durch die Versteifungen im Segel erhebliche Kräfte auf.

Die meisten Hersteller lösen dies mit kugelgelagerten Gleitsystemen, die nach unserer Erfahrung den Nachteil haben, das die Kugeln schnell verschleißen und häufig ausgetauscht werden müssen. Bei unserem Vorgängersystem von Facnor waren bereits nach 5 Jahren sämtliche Kugeln defekt sowie die Gelenke der Verbinder ausgeleiert. Im Prinzip konnte der Voreigner das Groß nur noch mit Hilfe der starken Elektrowinch setzen, die Kugeln hätten wohl bereits nach 2-3 Jahren gewechselt werden müssen.

Meist ist die Bestückung der Gleiter mit neuen Kugeln eine diffizile Arbeit. Nachbarn die ein System von Harken besaßen verzweifelten daran fast. Erst als Ihnen jemand den Tipp gab die Kugeln in zähflüssig gelöste Seife zu legen, mit der Seifenmasse zusammen in die Mastrutscher einzufüllen und dort eintrocknen zu lassen funktionierte es. Durch die eingetrocknete Seife wurden die Kugeln in der Führung des Rutschers festgehalten und konnten so nicht immer wieder herausflutschten. Anschließend brauchte es noch zwei Stunden mit dem Schlauch um die getrocknete Seife wieder aufzulösen und aus den Ritzen zu bekommen. Das die beiden bis dahin viel Geld in Form von nicht aufzufangenden Kugeln im Wasser versenkt hatten versteht sich. Dementsprechend aufwendig gestaltet sich auch die Demontage des Großsegels, da die Mastrutscher in der Regel nicht abgenommen werden können, sondern das Segel von den Mastrutschern abgeschraubt werden muss.

In Mallorca fanden wir damals niemanden der die Facnor Kugeln liefern konnte oder wollte und neben den Beschaffungsproblemen fallen für einen neuen Satz Kugeln schnell 500,-- € und mehr an. Allein die Lieferung kostet meist schon mehr als 100,-- € braucht es dann noch einen Fachmann, ist die 1.000,-- € Grenze schnell überschritten.

Derart wartungsintensive Produkte sind also wenig geeignet um lange Segelreisen oder entspannte Segelurlaube zu verwirklichen.

Daher haben wir uns nach gründlicher Recherche für das hier vorgestellte wartungsfreie Mastrutscher Gleitsystem von Antal entschieden.

Beschreibung Funktionsweise

Auf die Mastnut wird mittels spezieller Slugs die in die Mastnut eingeführt werden, eine übliche Gleitschiene aus schwarz eloxiertem Aluminium aufgeschraubt.

Ähnlich den Bremsbacken eines Fahrrades werden in der Nut der Gleitschiene die Backen der Mastrutscher geführt. Damit die Mastrutscher ohne großen Widerstand die Mastschiene hinauf und hinab gleiten, ist der Kontaktbereich der Backen mit "HS composite fibre" das mit speziellen Harzen gebunden wird versehen:

  • Diese Harze verfügen über einen sebbstschmierenden Effekt
  • Das Composite Material ist extrem belastbar
  • Durch den Verzicht auf Kugeln ist die Fertigung einfacher
  • Die Gleiter können schlanker konstruiert werden.
  • Das System ist wartungsfrei
  • Im Verschleißfalle können die Composite Einsätze in wenigen Minuten mit Hilfe eines gängigen Inbusschlüssels gewechselt werden

    War die Demontage des Großsegels unter dem Facnor Kugellagersystem eine mehrstündige Aktion für mindestens zwei Leute, kann ich heute das gleiche Groß in 5-10 Minuten ganz alleine abnehmen oder einziehen. Die integrierte Weiche ermöglicht dies ohne jeden Werkzeugeinsatz. Im Gegensatz zu kugelgelagerten Systemen können die Gleitschienen einfach abgenommen werden ohne das die Kugeln über das Deck prasseln oder gesichert werden müssen.

    Das Bild rechts zeigt den Segelkopfhalter mit den Gleiteinsätzen

    Umweltaspekte:

    Die Herstellung von Aluminium ist ein sehr Energie intensiver Prozess bei dem vor allem enorme Strommengen benötigt werden. Andererseits wiegt es sehr wenig und ist leicht zu bearbeiten, so spart es wiederum Energie bei Transport und Verarbeitung. Es kann sehr gut recycelt werden was die Ökobilanz dann wesentlich verbessert.
    Hochwertige Legierungen sind für den Einsatz auf dem Meer sehr gut geeignet und zeigen fast keine Verschleißerscheinungen.

    Sehr gut haben wir die auf das nötigste beschränkte Verpackung empfunden.

    Lieferung und Lieferumfang:

    Auf die Lieferung mussten wir fast zwei Monate warten. Unsere Bestellung gaben wir am 23. Juli auf und mussten dann feststellen, das Ferragosta in Italien heißt: Es wird nicht gearbeitet und nichts geliefert.
    Das System wird zudem nur auf Bestellung gefertigt. Da es für den Juli schon zu spät war und Antal im August (da segelt ja niemand) geschlossen hatte und es dann 14 Tage dauerte bis die Teile produziert wurden, mussten wir bis Mitte September segelunfähig auf Gomera in der Marina bleiben. Wir waren eigentlich nur froh das uns das Malheur nicht in Afrika oder der Karibik ereilte.

    Antal war nicht in der Lage direkt ab Werk nach Gomera zu liefern. Nein zuerst musste alles nach Deutschland zum dortigen Vertreter, der es dann nach Gomera weiterleitete.



    Bedienungsanleitung:

    Eine Bedienungsanleitung wurde nicht mitgeliefert.

    Die Bestimmung der jeweiligen Teile stellt den Fachmann vor keine allzu schwierigen Aufgaben, nur leider ist die Qualifikation im Yachtbereich nach meinem Erfahrungen nicht sonderlich ausgeprägt. Ein Arbeiter der ja meist selbst nicht segelt, ist da zudem in einer relativ schlechten Position.

    Das mindeste wären Tipps zur Montage sowie Explosionszeichnungen und die Teilenummern zur Ersatzteilbestellung. Bei den horrenden Preisen für diese Systeme ist eine fehlende Dokumentation nicht verzeihlich.

    Installation

    Bild links: Mit den silbernen Alu-Slugs wird die Gleitschiene in der Mastnut fixiert.
    Bild mitte: Die einzelnen Mastschienenelemente werden mit Plastikschienen am Mast verbunden.
    Bild rechts: Ganz unten wird die Weiche angebracht, über die die Mastrutscher eingefügt werden, diese können dabei gleich mit dem Großsegel verbunden sein.



    Bild links: Die Montage beginnt ganz oben am Mastende
    Bild mitte: Gut sichtbar hier die Montageschiene, diese hält die Slugs im richtigen Abstand - anklicken vergrößert das Bild.
    Bild rechts: Mit einem Expander lässt sich die Montageschiene gut befestigen - anklicken vergrößert das Bild.



    Bild links: Wir haben Duralac als Trennmittel für Aluminium zu den Edelstahlschrauben genommen, es kommt aus dem Flugzeugbau und ist sehr zuverlässig.
    Bild mitte: Eingefüllt haben wir das Trennmittel mit einer kleinen Spritze. Gleichzeitig werden durch das Trennmittel Duralac die Schrauben auch gleich fixiert so daß diese nicht ausvibrieren können. Und sollte es irgendwann nötig sein, dann besteht die hohe Gewähr, daß die Schrauben auch wieder gelöst werden können. Unsere alte Aluminiumgleitschiene von Facnor war ohne Trennmittel installiert worden, wir konnten diese daher leider nur noch mit der Flex abscheiden, keine einzige der Schrauben lies sich mehr lösen.




    Design:

    Das Design empfinde ich als ausgesprochen gelungen. Es zeigt eine klare Funktionalität, der Farbkontrast ist sehr ausgewogen und die hochwertigen Materialien sind klar erkennbar.

    Ganz klar ein Plus für die Yacht.

    Praxiserfahrungen aus dem laufenden Einsatz:

    Das Antal "full button system HS24.5 ist eines der Systeme dessen Vorhandensein man mit der Zeit gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Es funktioniert einfach gleichbleibend zuverlässig ohne jede Störung oder den geringsten Wartungsaufwand.

    Sehr beeindruckt haben mich die Verhältnisse in den Flüssen sowie an der Küste Afrikas wo wir ja rund ein halbes Jahr unterwegs waren. Das Boot war oft täglich mit einer mehrere Millimeter dicken Sandschicht überzogen. Die Gleitfähigkeit oder Abnutzung der Mastrutscher hat dies nicht merklich beeinflusst.


    Meine persönliche Nautictestwertung:


    Seit der Installation haben wir mit dem hier vorgestelltem "Antal "full button system HS24.5" mehr als 5.000 Seemeilen unter den unterschiedlichsten Bedingungen zurückgelegt. Dabei traten bisher keinerlei Probleme oder sichtbare Abnutzungserscheinungen auf. Sämtliche Teile machen immer noch einen Eindruck als ob diese gerade aus dem Laden kommen würden.

    Die einfache Handhabung und die Leichtgängigkeit sowohl beim Setzen als auch beim Bergen der Segel machen es zu einem zuverlässigen und sicherem System das auch in kritischen Situationen immer einwandfrei funktionierte.

    In Verbindung mit der Wartungsfreiheit und den im Vergleich zu den kugelgelagerten System günstigerem Preis wäre es für mich immer wieder die erste Wahl. Es hat unsere Erwartungen in höchstem Maße erfüllt und ich kann es mit besten Gewissen weiterempfehlen zumal auch die Installation vorbildlich einfach gelöst ist.




    Zeitliche Verfolgung:

    Sollten Probleme oder wichtige Vorkommnisse auftreten so werden wir diese hier dokumentieren. Das Produkt wird für mindestens 36 Monate überwacht, die Testlänge ist angelehnt an den für eine "normale" Weltumsegelung benötigten Zeitraum.

    Autor: Katamaran Mupfel - Paul Wirkus Ort: Grenada/Karibik Datum: 09.07.2011
     
    Datum:  09.07.2011 Diese Seite weiterempfehlen
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